Der Kriminalfilm in Deutschland

 

Der Kriminalfilm in Deutschland

Bereits in der Stummfilm-Ära wurden einige Kriminalfilme in Deutschland realisiert. Dieses geschah zumeist nach der Vorlage der Romane von Edgar Wallace. Der erste Film dieser Art war Der große Unbekannte(1927), ein weiterer Der rote Kreis (1929). 1931 verfilmt Carl Lamac “Der Zinker”, eines von Wallace’ bekanntesten Werken, als Tonfilm.

Erich Kästners Roman “Emil und die Detektive” verhalf dem Genre früh zur Ausprägung des Kinderkriminalfilms: Nach einem Drehbuch von Billy Wilder wurde es 1931 zum erstem Mal verfilmt. Es folgte eine zweite Version 1954 von Robert A. Stemmle und eine dritte 2001 von Franziska Buch.

In den fünfziger Jahren orientierte sich der deutsche Kriminalfilm, und hier besonders die Fernsehserien, vor allem an der Pitaval-Tradition, d.h. an historisch authentischen Verbrechen.

Zwischen den 1959 und 1972 Jahren wurden in Deutschland über vierzig Kriminalfilme gedreht, von denen die meisten sich an Edgar Wallace orientierten. Viele dieser Filme waren auch im (europäischen) Ausland erfolgreich und beinflussten zudem das Genre des modernen Thriller.

Wie der Kriminalfilm in den USA, ließ auch die deutsche Version ihre Filme in den Metropolen spielen. Serien wie Stahlnetz (1958-68) orientierten sich am amerikanischen Film Noir und setzten somit auf mehr Inszenierungen und Authenzität der Polizeiarbeit. Später wurde diese Technik in den deutschen Serien wieder verworfen, wie in Der Alte. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist die Tatort-Reihe.

Nach den fernen Drehorten London und New York (Stahlnetz, 1958-68), wandte man sich außerdem in den siebziger Jahren den deutschen Regionen zu:

So ist der Kriminalfilm inzwischen längst auch in München (die Stadt gilt als die heimliche Hauptstadt des deutschen Krimis), Frankfurt, Hamburg und Leipzig zu Hause. Duisburg-Ruhrort (Zahn um Zahn, 1985) wurde mit dem Kommissar Schimanski (Götz George) zum Symbol einer neuen deutschen Krimigeneration. 1

Weitere Informationen im Internet

Edgar Wallace-Filme bei der Wikipedia (dt.)

Quellen

Der deutsche Film auf Kino.de

  • Hickethier. Filmgenres. Kriminalfilm. Stuttgart: Reclam, 2005. S. 11-39

1 Hickethier. Filmgenres. Kriminalfilm. Stuttgart: Reclam, 2005. S. 36