Später Western

 
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39
Erster Film:
Höchstbewerteter Film:
Der Texaner (8.33)
Durchschnittliche Bewertung:
6.90
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Der späte Western - als ein Subgenre des Western - unterscheidet sich von diesem in mehreren Punkten: er ist politischer und hat andere Charaktere, die nicht mehr denselben Mythos der Pioniere teilen. Der späte Western entstand in den USA der siebziger Jahre.

In den sechziger Jahren wurde das Genre des Western reaktiviert. Die Filme, die zu dieser Zeit entstanden werden Spät-Western genannt. Der späte Western hinterfragt den Helden des Genres, sowie das Genre Klassischer Western an sich. Die Hauptkritikpunkte sind die vom Western vertretene Moral, sowie seine Regeln und Normen. Die Figur des “guten” Cowboys, der naiv sein kann aber immer motiviert ist gegen Unrecht einzutreten, wird vom emotionslosen Einzelkämpfer abgelöst. Dieser Typus tritt auch in den Italowestern auf, häufig dargestellt von Clint Eastwood und Franco Nero. Dieser neue Held ist im Gegensatz zu seinem klassischen Vorgänger weder positiv, noch selbstaufopfernd. Auch von den traditionellen Werten wie Ehre, Moral oder Nächstenliebe hat sich der neue Held abgekehrt. Diese Charakteristika erklären sich unter anderem auch durch die historische und gesellschaftliche Ereignisse: zu der Zeit gab es in den USA äußerliche (Vietnamkrieg) und innerliche Spannungen (Watergate-Skandal). Diese Umstände erschwerten die Weiterführung eines positiven patriotischen Heldenbilds. Zeitgleich wurde in den Spät-Western die Unterdrückung der Indianer zunehmend kritisiert. Desweiteren fragt der späte Western nach der Zukunftsfähigkeit des Genres. Somit gelten die sechziger und siebziger Jahre auch als Endpunkt des Klassischer Western oder des “Edelwesterns”.

Einer der bekanntesten Film des Subgenres ist Sie kannten kein Gesetz (1969). Weitere Beispiele sind Die glorreichen Sieben (1960), Arthur Penns The Missouri Breaks (1975) und Buffalo Bill and the Red Indians (1976). Ein weiterer Film Sam Peckinpahs ist Sacramento (1962). The Shootist (1976) stellt das Ende des Genres und seines klassischen Helden dar. Einerseits war es der letzte Film des Darstellers John Wayne, andererseits markierte er – zusammen mit The Wild Bunch – das Ende des Genres: Der Mythos des Western wird ersetzt durch Technik und Zivilisation. In der Literatur wird auch der Film Heaven’s Gate (1980) als letzter Spätwestern bezeichnet. Der finazielle Mißerfolg dieses Films ließ die Hollywood-Produzenten zunächst Abstand von dem Genre nehmen, so dass in den Folgejahren kaum Western gedreht wurden.

In den achtziger Jahren machten vor allem die Genre Actionfilm und Science Fiction dem Klassischer Western Konkurrenz, da sie über vielfältigere technische Gestaltungsmöglichkeiten verfügten. Eine Mischung mit dem Genre Science Fiction ist beispielsweise in Time Rider (1982) oder Outland (1980) mit Sean Connery (starke Referenz auf den Klassiker Zwölf Uhr mittags) zu beobachten. Nichtsdestotrotz erlebte das Genre in der ersten Hälfte der neunziger Jahre ein zweites Comeback: diese Filme werden in der Regel nicht als Spät-Western, sondern als Neo-Western bezeichnet.

Als neuester Neo-Western wird Brokeback Mountain aus dem Jahre 2005 betrachtet.

Weitere Informationen im Internet

Quellen

Wolfrum. Der Neo-Western: (1985 – 1995); zwischen Tradition und Revision. Aufsätze zu Film und Fernsehen; Bd. 37. Coppi-Verlag: Alfeld/Leine. 1995

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